Yoga als körperlich-geistig-spirituelles Übungssystem, Gesundheitssystem, Weltanschauungssystem und Glaubensrichtung hat sich in Indien in vielen Jahrhunderten entwickelt und lieferte seit jeher einen positiven Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung.

Heutzutage sind im Westen besonders die säkularen Aspekte des Yoga populär geworden, die sich mit den gesundheitlichen und körperlichen Wellness-Aspekten beschäftigen. Auf der anderen Seite gibt es die spirituell und religiös geprägten Aspekte des Yoga. In der League of Yogis schließen sich Yoga Übende zusammen, welche Yoga insbesondere vom spirituellen und religiösen Aspekt wertschätzen, lernen und praktizieren und damit einen aktiven Beitrag zur positiven Gestaltung unserer Gesellschaft leisten möchten.

In der heutigen Zeit steht die Menschheit vor großen globalen Herausforderungen, die von Wissenschaft Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft anerkannt und benannt werden(1). Diese Probleme wie Klimawandel, Umweltzerstörung, soziale Ungerechtigkeit oder Menschenrechtsverletzungen rücken zunehmend in die öffentliche Wahrnehmung. Es wächst eine gesellschaftliche Einsicht darüber, dass jede*r einzeln*e eine Mitverantwortung, z.B. durch eigene Konsummuster, für die Probleme trägt, jedoch fehlen noch ausreichende Handlungsänderungen auf der individuellen Ebene.

Die Mitglieder der League of Yogis erkennen diese Herausforderungen auf der materiellen Ebene an und möchten einen Beitrag zur einer besseren, friedlicheren, gerechteren und nachhaltigeren Welt leisten. Dabei liegt der Fokus auf einer inneren Perspektive, da die Ursachen der Probleme in der Außenwelt auf einer geistig-spirituellen Ebene liegen. Yoga kann einen Zugang zu dieser Dimension schaffen und wird als eine zentrale Übungspraxis gesehen, um den Herausforderungen der Menschheit konstruktiv und lösungsorientiert zu begegnen.

Dabei müssen wissenschaftliche Erkenntnisse aus Medizin, Psychologie, Biologie, Philosophie, Soziologie, Kommunikationswissenschaft und Religionswissenschaft berücksichtigt werden. So soll die League of Yogis dazu beitragen, dass spirituelle Yoga Traditionen sich erneuern, um Antworten auf die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft zu geben.

Die League of Yogis erkennt an, dass Yoga religionsübergreifend ist und es im Yoga verschiedenste Richtungen, Stile und Weltanschauungen gibt, die alle ihre Berechtigung haben. Es gibt spirituellen Yoga mit hinduistischem, buddhistischen, christlichen, jainistischem und jedem anderen religiösen, weltanschaulichem oder atheistischen Hintergrund. In der League of Yogis schließen sich diejenigen zusammen, die Yoga von seinen hinduistischen Wurzeln her begreifen und praktizieren, sich dabei aber lösen von manchen Aspekten des heutigen Hinduismus wie erbliche Kastenzugehörigkeit oder politisch motivierten Hindu Nationalismus etc.

Im Yoga ist es oft üblich, dass Übende einer bestimmten Richtung/Tradition vor allem unter sich bleiben. Die League of Yogis will Übende verschiedener Traditionen, traditionslose Übende sowie solche Übende zusammenführen, die sich aus einer konkreten Tradition herausentwickelt haben. Manche Yoga Übende erfahren tiefe Befriedigung in ihrer Tradition, wollen sich aber mit anderen verbinden. Manche haben Enttäuschungen in ihrer Tradition erlebt, wollen aber weiterhin auf dem spirituellen Weg bleiben und Inspiration bekommen und geben.

Die League of Yogis beansprucht nicht, das gesamte Yoga Spektrum zu vertreten. Vielmehr verbinden sich in der League of Yogis solche Menschen, für die Folgendes wichtig ist:

In Tradition eingebundener spiritueller Yoga mit dem Ziel der Selbstverwirklichung bzw. GottesverwirklichungGlaube an Gott bzw. ein göttliches Prinzip, unabhängig von konkreter Gottesvorstellung, welche dualistisch und nondualistisch, personal und unpersönlich sein kannSadhana, tägliche individuelle spirituelle Praxis Satsang, gemeinsame spirituelle PraxisSattwischer Lebensstil (z.B. durch Verzicht auf Fleisch, Fisch, Eier, alkoholische Getränke, Tabak, bewusstseinsverändernde Drogen) Seva, Dienen für das Wohl der MitgeschöpfeWertschätzung von Sanskrit als Sprache der alten Weisheitsschriften und der MantrasWertschätzung der klassischen Yoga Schriften und Schriften des Hinduismus, insbesondere der Bhagavad Gita

Die League of Yogis ist hohen ethischen Werten verpflichtet. Dazu gehört insbesondere Ahimsa, Nichtverletzen, insbesondere physische Gewaltlosigkeit Satya, Wahrhaftigkeit, was insbesondere Ehrlichkeit, Authentizität, Offenheit und Verzicht auf falsche Versprechen / Vortäuschung falscher Tatsachen mit beinhalt etBrahmacharya, Vermeidung sexuellen Fehlverhaltens, insbesondere Nichtbilligen der Ausnutzung einer Lehrerposition

In der Yogaszene gibt es auch bedenkliche Entwicklungen. Die Mitglieder der League of Yogis distanzieren sich bewusst von allem Fanatismus, von religiösem Nationalismus, von völkischen Strömungen sowie undifferenzierten Verschwörungstheorien.

Die League of Yogis ist einem humanistisch-spirituellen Welt- und Menschenbild verpflichtet, das von Respekt zu allen Menschen unabhängig ihrer religiösen, kulturellen, ethnischen Herkunft und sexuellen Orientierung geprägt ist und steht auf der Basis der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, der europäischen Menschenrechtskonvention und der Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen (UNO).

Die im League of Yogis e.V. vereinten Mitglieder fühlen sich verpflichtet, den Menschen durch die Verbreitung der Wissenschaft des Yoga und verwandter Übungssysteme zu dienen.


z.B. in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2015